Aus der Geschichte unserer Zeitung


21. März 1772: Der Wertheimer Buchdrucker Heinrich Valentin Nehr gibt die erste Nummer seiner Zeitung "Wertheimer wöchentliche Anzeigen und Nachrichten zum Nutzen und Vergnügen des Publici" heraus. Ende der 1770er Jahre erfolgt die Umbenennung in "Wertheimer Intelligenz-Blatt".

1803: Christian Achatius Holl aus Rothenburg ob der Tauber übernimmt nach dem Tode Nehrs Druckerei und Zeitung, die er nun in "Wertheimer Intelligenz-Zeitung" umbenennt.

1807: Holl gibt seiner Zeitung nun den Titel "Wertheimer Regierungs- und Intelligenzblatt", nachdem die Grafschaft Wertheim 1806 aufgelöst und auf Baden und Bayern aufgeteilt worden ist.

1808: Eine erneute Umbenennung führt zu dem Titel "Löwenstein-Wertheimisches gemeinschaftliches Bezirksblatt".

1. Januar 1814: Holls Zeitung heißt nun "Wertheimer Intelligenz-Blatt".

August 1842: Nach dem Tod Holls verkauft dessen Witwe die Zeitung an den Buchdrucker Nicolaus Müller aus Stuttgart. Dieser gibt ihr zum Jahresbeginn 1843 den neuen Titel "Main- und Tauberbote".

1848: Nachdem Müller seine Zeitung demokratischem Gedankengut geöffnet hat, wird er vom Wertheimer Oberamtmann zunächst verwarnt, dem die Zensur im Namen des badischen Staates obliegt. Bald darauf entzieht das Stadt- und Landamt Wertheim der Zeitung den Status des Amtsblattes.

Mai 1849: Die Revolution erreicht Wertheim. Nicolaus Müller wird "Civilkommisär" und Abgeordneter der Landesversammlung. Nach der Niederschlagung der Revolution flieht er nach Amerika.

August 1849: Müllers Frau Caroline stellt als verantwortlichen Redakteur Hofrat Christian Friedrich Platz an, einen Professor am Wertheimer Lyceum. Diesem folgt nach wenigen Monaten Pfarrverwalter Fr. Mühlhäuser, der bis April 1851 im Amt bleibt. Dann übernimmt Domänenrat Dr. Warnkönig bis 1854 die Redaktion.

1852: Um ihrem Mann nach Amerika zu folgen, verkauft Caroline Müller Druckerei und Zeitung an Emmerich Bechstein aus Friedberg/Hessen. Dieser übernimmt 1854 auch die Redaktion seines Blattes.

1856: Auf Verlangen der Kreisregierung gibt der Wertheimer Amtsvorstand seinen Vorbehalt der Zensur auf, die offiziell längst abgeschafft ist.

1. April 1869: Unter dem neuen Titel "Wertheimer Zeitung" erscheint Bechsteins Blatt nun täglich außer montags. Bechstein nennt als Verbreitungsgebiet das Taubertal, den vorderen Odenwald und Spessart.

1889: Nach dem Tod seines Vaters übernimmt Wilhelm Bechstein Verlag und Redaktion, während zunächst die Mutter Druckerei und Buchhandlung führt, nach deren Tod 1891 Wilhelms Bruder Hermann.

1903: Im Verlagshaus der "Wertheimer Zeitung" wird das erste Telefon eingerichtet.

1. Januar 1920: Wilhelm Hinckel aus Bad Dürkheim wird Eigentümer von Verlag und Zeitung. Bis 1940 redigiert er das Blatt selbst.

1940: Die "Wertheimer Zeitung" erscheint vorläufig zum letzten Mal und geht dann auf in der Heidelberger "Volksgemeinschaft", die unter anderem mit den Untertiteln "Heidelberger Beobachter - Kampfblatt der NSDAP für Nordostbaden" und "Fränkische Tageszeitung im Main-Tauber-Gebiet / Gegründet 1772" erscheint, zum letzten Mal am 1. Februar 1945.

22. Dezember 1951: Das "Main-Echo" aus Aschaffenburg, das seit 1949 aus Wertheim berichtet, erscheint mit seiner Wertheimer Lokalausgabe unter dem Titel "Wertheimer Zeitung", den es von Hinckel erworben hat. Der Untertitel "Heimatzeitung für Main-Tauber-Gebiet und alte Grafschaft" wird eingeführt und hat bis heute Bestand. Die Leitung der Redaktion hat Guido Weber, der seit 1949 beim "Main-Echo" angestellt ist.

1971: Redaktion und Geschäftsstelle ziehen in das Haus Marktplatz 4, wo sie bis heute untergebracht sind.

1. Januar 1987: Winfried Konrad übernimmt die Redaktionsleitung, nachdem Guido Weber in den Ruhestand gegangen ist.

1. April 1990: Friedrich Lehmkühler wird Leiter der Redaktion.


Letzte Änderung: 6. November 1997
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